Fotos: BMW-Group

bmw_roadster_ernst_loof.jpg
Fotos: BMW-Group

bmw_roadster_ernst_loof_1.jpg


Die Münchner Pläne blieben nicht lange verborgen. So drang die Nachricht von dem Sportwagen-Projekt auch schnell in die Eifel zu dem ehemaligen BMW Renningenieur Ernst Loof, der sich dort nach Kriegsende mit der Firma Veritas selbstständig gemacht hatte. Veritas – eine Sportwagenmarke mit der Technik des Vorkriegs BMW 328 – hatte seine Produktion schon aufgeben müssen; BMW hatte das Unternehmen jedoch gekauft und Loof zum Leiter der “BMW Forschungs- und Entwicklungsabteilung, Außenstelle Nürburgring” gemacht. Loof wurde in München vorstellig und erhielt vom Vorstand die Chance, einen Alternativvorschlag zu den Goertz-Entwicklungen aufzubauen. Das Werk stellte ihm ein Chassis mit Motor zur Verfügung, auf dem Loof und sein Team in Handarbeit eine Karosserie fabrizierten. Rund 900 Kilo wog der Prototyp aus Aluminium, der einen modifizierten Achtzylinder unter der Haube trug. Dieses Triebwerk, das rund 135 PS entwickelte, beschleunigte den Wagen auf immerhin etwa 180 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Loofs Mannschaft war schneller als die Entwickler im Werk, das Chassis seines Prototyps trug die Nummer 70 001 und wurde werksintern manchmal auch als 502 Sportwagen bezeichnet. 502 war die Bezeichnung der BMW Achtzylinder-Limousine, die 1954 auf den Markt gekommen war und aufgrund ihrer üppigen Formen den Beinamen „Barockengel“ trug. Loof stellte das Auto nicht nur in München, sondern gleich auch der Öffentlichkeit bei einem Schönheitswettbewerb in Bad Neuenahr vor. Dort gewann der geduckte Zweisitzer mit seinen stark geschwungenen Linien auch die Goldmedaille – gegen den Entwurf von Goertz konnte er vor den Augen des BMW Vorstandes aber nicht bestehen. Der US-Importeur Max Hoffman wird sogar mit den Worten zitiert: „Das wird man nie verkaufen können."