Auch vom Werk selbst wurden einige Sonderkarosserien auf der Basis der BMW-V8 hergestellt. Hierbei handelt es sich vornehmlich um Staats- und Repräsentationskarossen.

Gleichzeitig mit den beiden Sportwagenmodellen 503 und 507 stellte BMW 1955 auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt den Typ 505-Pullman vor. Da der BMW-Aufsichtsrat zuvor beschlossen hatte, den Kurs zum Automobilhersteller für die deutsche High-Society einzuschlagen, durfte neben den Sportwagen auch eine repräsentative Pullman- Limousine im Verkaufsprogramm nicht fehlen.

Weiter ging die Überlegung, wenn die Bundesregierung ebenfalls den Typ 505 anstelle des bisherigen Mercedes-Benz 300 in den offiziellen Fuhrpark aufnehmen würde, wäre dies eine unbestreitbare Werbung für die Marke BMW.

Das Fahrgestell der V8-Limousinen wurde für den Typ 505 verstärkt und auf einen Radstand von 3035 mm verlängert. Dies führte zu einer Gesamtlänge von 5,07 Metern - der größte BMW, der je gebaut wurde!

Die Auslegung des Fahrzeugs für den Chauffeur-Betrieb zeigt sich nicht nur in der Trennscheibe zum Fond, die ebenso wie die Fenster elektro-hydraulisch betätigt wurde, sondern auch in der elektrischen Gegensprechanlage vom Fond zum Fahrer. Weitere Details der außerordentlich luxoriösen Ausstattung waren: Klubsesselrücksitze mit Kopfstützen, zweite Lautsprecheranlage im Fond, Radiofernbedienung in der Zwischenwand, eigene Fondheizung, Leselampe und Schreibplatte hinten, Einstiegleuchten an den hinteren Türen und Türverkleidungen aus Edelholz.

Das vom 502 übernommene Fahrwerk des von BMW entworfenen, aber bei Ghia-Aigle in der Schweiz karossierten BMW 505 weist eine größere Spurweite von 1429 mm auf. Motorhaube und Kofferraumdeckel waren aus Aluminium gefertigt, um das Gewicht des mit dem 120 PS starken 3,2 Liter- Motor versehenen Repräsentationsfahrzeugs möglichst gering zu halten.


Der BMW 505 als Werbeträger

Nach einer Probefahrt entschied sich der damalige Bundeskanzler Adenauer dennoch wieder für den Mercedes-Benz 300, da dieser zudem inzwischen zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen erfahren hatte. Bis Anfang der sechziger Jahre diente der BMW 505 der Bayerischen Staatsregierung als Repräsentationsfahrzeug bei Staatsbesuchen; 1963 wurde der 505 verkauft und wurde im Laufe der sechziger und siebziger Jahre als fahrende, für Kartoffel-Chips werbende, Litfaßsäule mißbraucht. Bei BMW wurde der 505 durch ein neues Modell, diesmal ausschließlich als Einzelexemplar gebaut, ersetzt.

Dieses Fahrzeug fiel im Gegensatz zum 505 wesentlich seriennäher aus. Fahrgestell, Motor und der Radstand stimmten mit dem des Ausgangsfahrzeugs - einem 3200 S - überein. Lediglich die Karosserie erfuhr einige Umbauten und Modernisierungen. So wurde die Dachlinie kantiger und auch höher gestaltet, die hinteren Türen wurden nun vorne angeschlagen und die vorderen Nebelscheinwerfer waren im Durchmesser größer und rückten höher. Vollkommen verändert wurde das Wagenheck, indem man die Kofferraumhaube sanfter abfallend gestaltete und gleichzeitig durch die waagerechte, breite Chromleiste eine Anlehnung an die Ponton-Karosserien finden wollte. Als Schlußlichter wurden die von den Modellen 503 und 507 bekannten Ausführungen verwandt.


Bei Staatsempfägen eingesetzt, wurde den Fahrgästen durch das große über den Fondsitzen befindliche Stahlschiebedach eine Stehmöglichkeit geboten. Die Motorhaube weist verschiedene Luftschlitze auf, um ein Überhitzen des Motors zu verhindern, wenn das Fahrzeug bei Staatsanlässen langsam fahren oder gar für längere Zeit anhalten mußte. Vor vier bis fünf Jahren wurde dieses Fahrzeug vom Werk restauriert und steht heute im Keller des BMW-Museums.

Der Vollständigkeit halber sollte das BMW 3200 CS Bertone Cabriolet (Bj. 1962) nochmals erwähnt werden, auf welches in der Passage zum 3200 CS Bertone schon näher eingegangen wurde.