Die Firma BIERHAKE in Babenhausen bei Bielefeld hat 1958 zwei BMW V8 mit gleichem Aufbau hergestellt. Hierbei wurde der Rahmen nicht verändert, sondern lediglich die Karosserie um ca.20 cm verlängert.
Das Basisfahrzeug des einen Exemplares, ein BMW 501-8-Zylinder mit der Fahrgestellnummer 53.584 wurde lt. Auslieferungsbuch am 9. Januar 1956 als Lagerzugang vermerkt. Damit ist gemeint, daß dies der Produktionsbeginn war.
Das Fahrzeug wurde in ganz normaler Ausstattung, Farbe schwarz und ohne Radio am 23. Januar 1956 an die Firma Meierrose in Osnabrück ausgeliefert. Im Originalbrief 7674430 war noch der Motor mit der Nummer 10.524 und 95 PS eingetragen.
Da dieser KFZ-Brief nicht mehr existiert und im Ersatzbrief bereits ein 6-Zylinder-Motor mit 72 PS jedoch ohne die damals üblichen Veränderungsvermerke eingetragen war, liegt die Vermutung nahe, daß Herr Cronslage, weicher als Bestattungsunternehmer diesen V8 bei BIERHAKE umbauen ließ, aus ökonomischen Gründen auf den Einsatz eines 8-Zylinders verzichtete.

Vergleichsweise hatte ein OPEL-Kapitän - und diese wurden sehr häufig zu Kranken- und Leichenwagen umgebaut - auch 'nur' 75 PS. Für die Ausübung dieses Gewerbes war der seidenweich laufende 6- Zylinder wahrscheinlich sogar die bessere Wahl.

Während ein normaler 501-8-Zylinder ein Leergewicht von 1365 kg aufweist, wiegt dieser umgebaute Wagen leer bereits 1465 kg, deshalb wurde die Nutzlast auf 100 kg begrenzt. Der zuständige TÜV-Beamte hat berechtigterweise die Überlastung der Hinterachse vermerkt. Es darf bezweifelt werden, daß die Fracht nur mit 100 kg zu Buche schlug.

Wenn wir das Fahrzeug heute begutachten stellen wir fest, daß eine permanente Überlastung vorhanden gewesen sein muß. Die Kräfte die an den Drehstäben gewirkt haben, müssen doch sehr stark gewesen sein.

Der Umbau erfolgte mit preissparenden Details. So wurden für die zweiflügelige Ladetür die Türgriffe der hinteren Türen verwendet. Auch sonst wurden serienmäßige Teile verwendet. Für die hintere Stoßstange wurden die vorderen Stoßstangenecken verwendet, lediglich das Mittelstück mußte wegen des Nummernschildes angepaßt werden. Die Rückleuchten bestanden aus den späteren Heckleuchten (Motorradleuchten) welche um 90 Grad gedreht und an die Hecktüre angepaßt wurden.